Meisterhafte Klangerlebnisse bei den Schlosskonzerten Königs Wusterhausen

Der Schulzendorfer, Bericht: Franca Palaschinski, Foto: Norbert Vogel

Königs Wusterhausen. Im gut besuchten Kavalierhaus von Schloss Königs Wusterhausen suggerierten Bettina und Robert Aust mit spielerischer Qualität und Klangfarbenreichtum geradezu ein ganzes Orchester – und das nur mit Klarinette und Klavier.

„In Bettina Aust steckt so viel Energie und ihr Spiel ist so überaus virtuos“, urteilte eine begeisterte Besucherin über das meisterhafte Klarinettenspiel am Samstagabend in den Kavalierhäusern von Schloss Königs Wusterhausen. Begleitet wurde die junge Klarinettisten von ihrem kongenialen und kunstfertigen Bruder Robert Aust am Klavier. Zur Einstimmung spielte das Geschwister- und Künstlerpaar frisch und behände von Gioachino Rossini die „Introduktion, Thema und Variationen für Klarinette und Klavier“. Zur kurzweiligen Einführung präsentierte Bettina Aust mit der Klarinette die zahlreichen Melodien dieses variantenreichen Stückes, wobei Robert Aust einmal die Rolle des orchestralen Begleiters und die des Soloinstrumentes einnahm.

In einem Solovortrag am Klavier widmete sich Robert Aust der „Reminiscences de Norma“ von Franz Liszt. Die Paraphrase über Normas Bellini hatte den jungen Pianisten über Jahre nicht losgelassen und ihn tief bewegt: „Es sei auch einige Übung nötig“, gab er offen zu, „aber am Ende lohnt sich der Einsatz, denn es macht Spaß, sie zu spielen“. Und in der Tat war dieser stimmungsgeladene und technisch äußerst interessante Liszt gewaltig und überwältigend. Dem Zuhörer wurde nicht langweilig: Unterschiedlichste Rhythmen, ein Feuerwerk von Akkorden und Läufe über die gesamte Klaviatur hielten die Konzertbesucher über die gesamte Länge in Atem. Diese künstlerisch überragende Leistung meisterte der junge Pianist mit Leichtigkeit und auch einer gewissen Routine.

Nicht ganz so laut, aber durchaus dramatisch war die Szene von Franz Danzi in der Fantasie über „Lá Ci Darem La Mano“, in der Don Giovanni versucht, Donna Anna zu verführen. Klarinette und Klavier sangen wie im Duett und man sah förmlich das Für und Wider der umworbenen Donna Anna gegenüber den Avancen Don Giovannis in Analogie zur Oper von Wolfgang Amadeus Mozart. Klarinette und Klavier repräsentierten geradezu in ihrer Klangvielfalt und musikalischen Gestaltungskraft ein ganzes Orchester.

Zu einem der Höhepunkte des Konzertabends wurde die „Konzertfantasie über Themen aus Verdis Rigoletto“ von Luigi Bassi, ebenfalls eine Paraphrasierung für Piano und Klarinette. Schwungvoll und dynamisch traten Klavier und Klarinette als paritätische Partner auf, um das Auditorium auf das fulminante Ende des Konzertabends einzustimmen.

Keine Paraphrase, keine Phantasie war das „Grand Duo concertant für Klarinette und Klavier Es-Dur“ von Carl Maria von Weber. Eine Hommage an diese beiden Instrumente, die in diesem Stück ein schier unendliches Klangrepertoire erreichten. Die Geschwister meisterten diese Partituren mit Fingerfertigkeit, sauber gesetzten Tönen und in einem wunderbaren Einklang. Es war ein Genuss ihrem unmittelbaren Spiel zu lauschen – es zu erleben.

Um dem jungen Publikum den Zugang zur klassischen Musik zu ermöglichen, haben Kinder und Jugendliche im Rahmen der Kulturpatenschaften des BER in begrenztem Umfang für die nächsten beiden Konzerte freien Eintritt. Unbedingt erforderlich ist eine Anmeldung beim Veranstalter unter der Rufnummer 030/88412250 bzw. unter mail@schlosskonzertekoenigswusterhausen.de. Informationen zu den weiteren Konzerten und Tickets erhalten Interessierte auf der neuen Internetseite: http://schlosskonzertekoenigswusterhausen.de/.

Bild: Bettina Aust, Klarinette, und Robert Aust, Klavier, präsentierten bei den Schlosskonzerten Königs Wusterhausen ihr Programm „Clarinet goes opera“.